Charles Reichenbach
 
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Editorial

  von Charles Reichenbach
     

Bild: Gerhard Bachor

Bild: Gerhard Bachor

 

Ausgabe März 2012

Herr ich staune

Eine Frage, die mir in der Seelsorge oft gestellt wurde. Es waren nicht nur einsame,
zurückgelassene Menschen. Auch junge behaupteten:
»Gott hat mich vergessen.«

Wie schnell wird ein Mensch einfach ausgetauscht, wenn er nicht mehr optimal funktioniert in unserer Leistungsgesellschaft. Enttäuschungen, Scheidungen und Überforderungen treiben ihn in Angst und Sorgen hinein. Jeder Mensch braucht stabile Beziehungen, Gleichgesinnte, mit denen er sich austauschen kann. Kohlen glühen nur im Ofen. Herausgerissen werden sie dunkel und erkalten.

Lieber Leser, es geht um nichts Geringeres als um ein erfülltes, befriedigendes Leben. Es lässt sich nicht verlängern, aber vertiefen.

In Zürich las ich eine Frage, aufgesprüht auf eine graue Mauer:
»Gibt es ein Leben vor dem Tod?«
Im Selbstgespräch hörte ich mich laut antworten:
»Jawohl, das gibt es! Es lohnt sich, alt zu werden!«

Und ich dachte an jenen »uralten« Schauspieler, der seufzend ausrief: »Man müsste halt noch einmal achtzig sein!« Dieser Mann hatte offenbar seine Jugend einfach mitgenommen. Im Psalm eins wird so ein Mensch mit einem Baum verglichen: »…und seine Blätter verwelken nicht!« »Er ist gepflanzt an Wasserbächen und bringt seine Frucht zu seiner Zeit.«
Gottgeschenktes Gedeihen gibt es nur dort, wo der Baum am Wasser steht. Ein Atmen und Wirken »unter der Sonne«, dazu tiefgreifende Wurzeln, um das lebensspendende Nass aufzusaugen. Das ist das Geheimnis eines glücklichen befriedigenden Daseins.

Wie schnell wird ein Mensch einfach ausgetauscht, wenn er nicht mehr optimal funktioniert in unserer Leistungsgesellschaft.

Lieber Leser, Sie brauchen eine lebendige
Gemeinde, wo ein bibeltreues
Evangelium verkündigt wird, wo Sie
Kontakte knüpfen, sich einbringen können
und ein gesundes Selbstwertgefühl
entwickeln dürfen. Die negativ-pessimistischen
Gedanken verschwinden.
Sie lernen »biblisch denken und besser Leben«!

Charles Reichenbach

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