Ausgabe März 2012

Eine Frage, die mir in der Seelsorge oft
gestellt wurde. Es waren nicht nur einsame,
zurückgelassene Menschen. Auch
junge behaupteten:
»Gott hat mich vergessen.«
Wie schnell wird ein Mensch einfach
ausgetauscht, wenn er nicht mehr optimal
funktioniert in unserer Leistungsgesellschaft.
Enttäuschungen, Scheidungen
und Überforderungen treiben
ihn in Angst und Sorgen hinein.
Jeder Mensch braucht stabile Beziehungen,
Gleichgesinnte, mit denen er
sich austauschen kann. Kohlen glühen
nur im Ofen. Herausgerissen werden sie
dunkel und erkalten.
Lieber Leser, es geht um nichts Geringeres
als um ein erfülltes, befriedigendes
Leben. Es lässt sich nicht verlängern,
aber vertiefen.
In Zürich las ich eine Frage, aufgesprüht
auf eine graue Mauer:
»Gibt es ein Leben
vor dem Tod?«
Im Selbstgespräch hörte ich mich laut
antworten:
»Jawohl, das gibt es!
Es lohnt sich, alt zu werden!«
Und ich dachte an jenen »uralten«
Schauspieler, der seufzend ausrief:
»Man müsste halt noch einmal achtzig
sein!« Dieser Mann hatte offenbar seine
Jugend einfach mitgenommen. Im
Psalm eins wird so ein Mensch mit
einem Baum verglichen: »…und seine
Blätter verwelken nicht!« »Er ist gepflanzt
an Wasserbächen und bringt
seine Frucht zu seiner Zeit.«
Gottgeschenktes Gedeihen gibt es nur
dort, wo der Baum am Wasser steht. Ein
Atmen und Wirken »unter der Sonne«,
dazu tiefgreifende Wurzeln, um das lebensspendende
Nass aufzusaugen. Das
ist das Geheimnis eines glücklichen befriedigenden
Daseins.
Wie schnell wird ein Mensch
einfach
ausgetauscht,
wenn er
nicht mehr
optimal
funktioniert
in unserer Leistungsgesellschaft.
Lieber Leser, Sie brauchen eine lebendige
Gemeinde, wo ein bibeltreues
Evangelium verkündigt wird, wo Sie
Kontakte knüpfen, sich einbringen können
und ein gesundes Selbstwertgefühl
entwickeln dürfen. Die negativ-pessimistischen
Gedanken verschwinden.
Sie lernen »biblisch denken und
besser Leben«!
Charles Reichenbach

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