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Editorial

 

Grüezi - Leitartikel von Charles Reichenbach

   

»freund« 6 2026                                Stand: Juni 2026

© AdobeStock   © Nasra/AdobeStock
 

»Ihr seid aber, die ihr in Christo Jesu seid und früher ferne gewesen, nahe hinzugekommen durch das Blut Christi, denn er, Christus, ist unser Friede.« (Epheser 2,13.14a)

Die letzten einfachen Worte sind der Schlüssel zur ganzen Botschaft des Evangeliums.

Das Wort »Frieden« ist in den Schlagzeilen der Tageszeitungen als politischer Wunsch andauernd zu finden. Auf Konferenzen wird vom Frieden gesprochen; er ist die Sehnsucht der Menschen, aber leider keine Wirklichkeit. Das gilt für die große, politische Welt und für die kleinen begrenzten Bezirke unseres Lebens.

Es gibt zahllose Spielarten des Kleinkrieges, die unser menschliches Dasein vergiften. Unversöhnliche Gedanken, friedlose Spannungen, Trennungslinien und unüberwindbare Mauern stehen im Raum.

Menschen sprechen nicht mehr miteinander, da ist Ablehnung und Missgunst – eine qualvolle Schwüle, die jede zwischenmenschliche Beziehung zerbrechen lässt.

Wie ist es bei uns,
lieber Leser?

Brauchen wir nicht auch an irgendeiner Stelle unseres Lebens den Frieden? Ist es wirklich nur eine Folge menschlicher Meinungsverschiedenheiten, die uns die Friedlosigkeit in Haus und Familie bescheren? Wie steht es mit unserem Frieden mit Gott?

 

 

Unbezahlte Rechnungen Gott gegenüber kann man vermeintlich vergessen, man kann sie verdrängen oder bestreiten, und doch wird man sie nicht los. Sie sind da und erheben ihre Stimme aus der Tiefe des Herzens.

Viele unserer Krankheiten sind Rechnungen, die wir beiseitegelegt haben, die wir verdrängen und die tief in unserem Herzen ihr Unwesen treiben. Der Mensch mag noch so erfinderisch sein, Schuld zu vertuschen oder mit frommem Wesen zu verdecken. Die Stunde kommt, und es wird offenbar, dass alles nur Täuschung war.

Jetzt kommt Christus
Er geht ans Kreuz und bezahlt. Schuldscheine verlieren damit ihre Gültigkeit, fällige Rechnungen erlöschen. Hindernisse zwischen Gott und uns fallen hinweg – und wer das glaubt, darf Gott wieder unter die Augen treten, mit ihm reden, er hat wieder Kontakt mit dem Herzen des Vaters, und der wirkliche Frieden zieht in das wunde Herz ein und heilt. Der Unfrieden, der sich oft zum Angstschrei verdichtet, ist weg, und Jesus sagt: »Komm heraus aus deinem Loch! Friede sei mit dir. Du darfst von jetzt an aus der Gnade leben.«

Wir leben doch alle vom täglichen Brot der Gnade und der freundlichen Vergebung unseres Herrn. Hirt, König, der Schächer am Kreuz sowie Johannes der Jünger, Maria aus Magdala und die Mutter Jesu – alle sind zu Hause in der Liebe Jesu. Sie leben davon, dass Christus die Schuldforderungen Gottes gegen sie erfüllt und beglichen hat. Er ist unser Friede, und das Wort vom Kreuz ist die Kraft der Gnade, aus der wir leben.

Charles Reichenbach



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